27.12.21014

Witziges und Virtuoses zum Abschluss

Bob Cats sorgen mit Jazz und Satire noch einmal für volles Haus im Jazz Club


(pd). Weihnachten vorbei, die Gänsekeule drückt noch, weil der eine oder andere Kloß den Weg zur unweigerlich letzten Verarbeitung störrisch behindert: Was gibt es da Besseres, als sich den Balg mit gutem Swing, Blues oder Modern Jazz und ein wenig Satire ein bisschen durchschütteln zu lassen? Der Jazz Club Holzminden hatte auch in diesem Jahr wieder Passendes parat, um dem Völlegefühl mit der richtigen musikalisch-literarischen Rezeptur zu Leibe zu rücken. Die Hamburger Band Bob Cats mit ihrem journalistisch erfahrenen Chef Klaus Berger sorgte vor brechend voller Kulisse einmal mehr für Abhilfe.

Eigentlich sind die Bob Cats im Weserbergland keine ganz Unbekannten. Schon zwei Jahre nach Gründung des Clubs trat die Band im Holzmindener Jazz-Bahnhof zusammen mit Mr. Acker Bilk beim ersten Festival in Erscheinung, 2002 folgte ein weiterer Auftritt des mit Piano, Saxophon, Bass und Schlagzeug musikalisch bewaffneten Swingquartetts auf. Seitdem aber hat sich die Formation bis auf den am Klavier virtuos aufspielenden Klaus Berger immer wieder geändert, man durfte also nicht nur wegen der langen zwölfjährigen Pause durchaus darauf gespannt sein, was die leidenschaftlichen Jazzer aus dem hohen Norden diesmal so zu bieten hatten. Und mit Carin Hammerbacher am Tenor und Altsaxophon, Jürgen Busse am Schlagzeug und Manfred Jestel am Kontrabass wurden auch die anspruchsvolleren musikalischen Erwartungen keineswegs enttäuscht.

Altbekannte Standards wie Sonny Rollins´ „St. Thomas“, Herby Hancocks „Cantaloupe Island“ oder Stevie Wonders “Isn´t she lovely” mögen vom Repertoire her zwar auf den ersten Blick nicht allzu ungewöhnlich erscheinen, die Art aber, wie die vier Vollblutjazzer mit den Themen und besonders auch in ihren Soli an den stücken gearbeitet hatten, hatte wenig von ausgetretenen Wegen. Mochte man von den beiden Melodieinstrumentalisten Berger und Hammerbacher derlei eigenbrötlerisch sich Verlierendes gepaart mit harmonisch Ansprechendem vielleicht noch - weil jazztypisch – erwartet haben, so überzeugten besonders aber die Takt- und Rhythmuslenker Jestel und Busse immer wieder mit ihren eigenwillig-lockeren Improvisationen im Duett oder eben allein.

Zur guten Tradition des Jazz-Nachweihnachtskonzertes gehört es mittlerweile allerdings auch, dass nicht nur gelauscht, sondern auch gelacht werden darf. Hatte Lokalmatador Thorsten Hitschfel im letzten Jahr da noch mit richtigem Kabarett zur Oldtime spielenden Streetband einen wortakrobatischen Kontrapunkt gesetzt, setzte Musiker und Satiriker Klaus Berger diesmal mit Geschichten hauptsächlich rund um das Leben als Künstler in der bunten Medienwelt einen eher komisch-leisen Akzent. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Berger, der lange Zeit als Journalist für „Die Welt“, „Hör Zu“, NDR oder WDR hauptberuflich unterwegs war, musste man schon genau zuhören, um die Pointen seiner kleinen Geschichten und Anekdoten nicht zu verpassen. Der Spagat zwischen zurückhaltend-ironischem (Scherz)-Wort und aufmüpfig-lockern Jazz-Tönen war dennoch gut zu goutieren und wird hoffentlich im nächsten Jahr wieder ein fester Programmpunkt im Terminplan des umtriebigen Clubs darstellen.

Text und Fotos: Peter Drews



Auch dieses Jahr wollen wir das Konzertjahr im Jazz-Club wieder mit einem Konzert direkt nach den Weihnachtsfeiertagen abschließen. Und zwar mit einem besonders sehens- und hörenswerten.

Satire und Jazz, Klaus Berger und die Bop Cats - eine Mischung, die hält was sie verspricht. Witzige Anekdoten aus der Feder von Klaus Berger und virtuos mitreißender Jazz, Soul und Blues der gefeierten Hamburger Band.

„I got rhythm, I got music“ – so heißt das Motto der Bop Cats und sie versprechen damit ihrem Publikum einen beeindruckenden Querschnitt aus 100 Jahren Musikgeschichte.
Ihr Programm: Blues und Bop, Swing und Soul, Funk und Calypso. Die Bop Cats spielten im In- und Ausland; machten über 40 Fernsehsendungen im Laufe der Jahre; spielten bei vielen bekannten Jazzfestivals; waren Vorgruppe von Ella Fitzgerald, Benny Goodman und Miles Davis. Ein Abend voller Pep und ansteckender Dynamik.

Diesmal gibt es aber nicht nur Musik, sondern auch das gesprochene Wort kommt zu seinem Recht. Seit über drei Jahrzehnten arbeitete Klaus Berger nämlich als Journalist für z.B. Die Welt, Hör Zu, Hamburger Abendblatt, den WDR und NDR; und seit mehr als 25 Jahren ist er auch Musiker bei den Bop Cats. Aus dieser Konstellation ergeben sich ganz außergewöhnliche Innenansichten der Musikszene – mal heiter, mal ironisch, mal satirisch und manchmal auch erotisch in Worte verpackt. Seien Sie gespannt und lassen Sie sich überraschen!

Die Bop Cats sind: Klaus Berger – Piano
Carin Hammerbacher - Saxophon
Jürgen Busse – Schlagzeug
Manfred Jestel – Bass