Pressebericht JCH 18.1.2026

„Sleepy Town Jazzband“ in Maximalbesetzung

Gute Stimmung beim Auftakt der Konzertsaison 2026 des Jazz-Clubs

Auch wenn viele die wirklich besondere Atmosphäre des alten Bahnhofs vermissten, so konnte das erste Konzert der Saison im Altendorfer Hof mit der gut gelaunten „Sleepy Town Jazzband“ doch als voller Erfolg verbucht werden. Wie üblich begann das Programm mit dem „Weary Blues“ von Artie Matthews. Neu ins Repertoire aufgenommen ist der „Riverside Blues“ als kleine Hommage an den heimatlichen Fluss. „Carry me to old Virginny“ und „Give me five minutes more“ zählen ebenfalls zu den Neuheiten, auch wenn sie schon von 1878 und 1925 stammen.

 Die Band trat mit fünf Musikern in der Bläserreihe auf – Bernd Güthoff am Saxophon, Erich Tietzel an der Posaune, Karsten Fischer und Freddie Ernst für Trompete und Flügelhorn und Wilfried Steinmetz an der Klarinette. Auch die Rhythmusgruppe war mit zwei Banjos – Wulf Weilinger und Heiner Struck, mit Roland Berthold am Schlagzeug und Holger Fischer am Kontrabass für das solide Fundament hinreichend bestückt. Ob getragen langsame Titel, ob Rag, traditioneller Gospel, schwungvolle tanzbare Stücke oder bekannte Evergreens der Jazzwelt – die Band meisterte sie alle. Gelegentlich wurden von einem Solisten Fetzen anderer Melodien unter einen Song gemischt, gerade lang genug, dass es auffiel. Nach den bevorzugten und liebsten Soli gefragt, votierte das Saxophon für „All of me“, die Klarinette für den „Savoy Blues“, das Banjo für den „Royal Garden Blues“, die Posaune für das sehnsuchtsvolle „Do you know what it means to miss New Orleans“, eine Trompete wählte das schwungvolle „At the jazzband ball“, die andere für’s Gefühl „When you’re smiling“ , der Kontrabass nahm den „Weary Blues“ und das Schlagzeug „Down by the riverside“.

Die Fans der Band sparten nicht am Applaus für die engagierten und spielfreudigen Musiker und wurden am Ende des wunderbaren Abends mit dem genial verjazzten Schlaflied „Guten Abend, gut‘ Nacht“ – erst getragen und sanft, nach der ersten Strophe dann jedoch rasch und mitreißend – nach Hause verabschiedet. Keiner wollte aber so recht aufbrechen, also gab es ganz zum Schluss als Rausschmeißer noch „Oh, when the saints“, und alle durften kräftig mitsingen. 

Das nächste Konzert ist am 13. Februar ab 20 Uhr, hoffentlich wieder im alten Bahnhof, wenn nicht anders bekanntgegeben. Es spielt das „Orchestra Mondo“ unter dem Motto „Tango meets Gypsy: la vie bohème“.