Pressebericht JCH 15.2.2026

Zwischen Paris und Argentinien – 
Weltreise mit dem „Orchestra Mondo“

Tango, Gypsy Swing und Valse Musette im alten Bahnhof

„Endlich wieder zuhause im Clubraum!“ – die Freude darüber war den überaus zahlreichen Gästen deutlich anzusehen. Die besondere Atmosphäre im alten Bahnhof sorgte auch bei der Band für unmittelbares Wohlbehagen. Gleich der erste Titel des Abends, der „Liber tango“ des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla, erhielt stürmischen Beifall. Und Anja Baldauf stellte auch umgehend klar, wie die Besetzung der Band einzuordnen ist. Ihr Akkordeon, ganz klar, ist für den Tango absolut unerlässlich, genauso wie, ebenfalls ganz klar, die Gitarre von Raffael Müller für die Titel aus der Sparte Gypsy Swing. Der Kontrabass, gezupft und gestrichen von Dennis Wendel, gibt das sonore Volumen, und ihr Mann Stefan Baldauf am Schlagzeug hat rhythmisch alles fest im Griff. 

„Bel ami“, ein bekannter Swing aus den 30er Jahren lockte viele zum Mitsummen. Danach kam eine authentische Akkordeon-Melodie vom Balkan, ein Mitbringsel von einer Reise, ein verträumtes Klangbild mit dem Titel „Gelem, gelem“. Der rasche Klezmer-Titel „Joseph, Joseph“ gab dem Gitarristen Gelegenheit, seine enorme Fingerfertigkeit zu zeigen, wie auch später noch einmal beim „Minor swing“ von Django Reinhardt. Letzterer wäre vermutlich mit Raffael Müller sehr zufrieden gewesen. Alle in der Band hatten hier ihr eigenes Solo und wurden mit langem Applaus bedacht. Der Valse Musette „Indigo“, einst ungeliebtes Pflichtstück beim Studium des klassischen Akkordeons, ist inzwischen nicht aus dem Programm wegzudenken. Sehr schwungvoll und emotional kam er daher, erinnerte an durchtanzte Nächte der Pariser Bohème. Carlos Gardel schrieb den Tango „Por una cabeza“, es ist für viele von der Melodie her einfach der Tango schlechthin. Damit sollte das Konzert vorüber sein, aber natürlich ließ das Publikum die Band nicht so einfach gehen. Der begeisterte Applaus wollte erst enden, als die Band mit „Caroline“ von Duke Ellington als Zugabe noch einmal auf die Bühne zurückkam. Gäste und Band haben sich ausnehmend gut verstanden, und es war ein wirklich wundervoller Abend.