Pressebericht JCH 4.5.2026

„Sleepy Town Jazzband“ erfreut ihre Fans

 Open Air im Clubgarten bei sonnigem Maiwetter

Die Freiluftsaison für den Jazz im alten Bahnhof ist eröffnet. Am Sonntagmorgen erfreute eine gut gelaunte Band ihre Zuhörerschaft im Clubgarten, im Hintergrund blühende Kastanien. Wie nicht anders zu erwarten eröffnete der „Weary Blues“ von Artie Matthews das Programm, gefolgt von einem traditionellen alten Titel, dem „1919 Rag“. Danach wurde es ein wenig tierisch, zuerst mit den Maischäfchen im „Swinging Shepherd Blues“ des kanadischen Jazz-Flötisten Moe Kofman, dann mit der gefährlichen gestreiften Großkatze im „Tiger Rag“ von Nick LaRocca.

Durch das Programm führte, mit teils kuriosen Details über die Songs, Wilfried Steinmetz (sonst Klarinette). Zusammen mit ihm bildeten Freddy Ernst (Trompete) und Bernd Güthoff (Saxophone) die Bläsersektion, Erich Tietzel saß an diesem Morgen zur Abwechslung einmal am Piano. Im Hintergrund agierten – unverzichtbar auf jeden Fall – die beiden Banjospieler Heiner Struck und Wulf Weilinger, am dicken Kontrabass dazu Holger Fischer und am Schlagzeug in bewährter Manier Roland Berthold. Als Sänger tat sich der Trompeter Freddy Ernst hervor, er interpretierte unter anderem das bekannte „Yes, sir, that’s my baby“ aus der Ära des Swing. Alle passend eingestreuten Soli der Musiker bekamen den verdienten herzlichen Applaus.

Vermutlich war Louis Armstrong nie am Ufer der Weser, aber sein eher gemächlicher „Riverside Blues“ von 1925 passt hervorragend auch hierher. Viele Straßen von New Orleans wurden in Jazztiteln besungen, so auch die zum Hafenbecken führende Basin Street im gleichnamigen Blues. Wie üblich applaudierte das Publikum am Ende des Konzerts lange genug, um auch Zugaben zu erlangen, darunter das ursprünglich von Gene Austin geschriebene „Ain’t she sweet“ (die Beatles haben es auch gespielt) und „When you’re smiling“ von Larry Shay. – Ein rundum gelungener Jazz-Frühschoppen! 

Beim nächsten Konzert am 13. Juni ab 20.00 Uhr tritt unter dem Motto „…playing new blues for you!“ das Bluestrio „Muddy What?“ auf.