Pressebericht JCH 28.12.2025
Eine „Magic Boogie Show“ zum Ende der Konzertsaison
Boogie Woogie geht auch bestens im Altendorfer Hof
Leider hatte das kurz vor dem Konzert einsetzende Blitzeis etliche davon abgehalten, den Abend bei der „Magic Boogie Show“ zu verbringen. Und dennoch: Gute Laune pur kurz vor Jahresende und ein willkommener Ausgleich zur
weihnachtlichen Gemütlichkeit bot das Duo aus den Niederlanden den Gästen des Jazz-Clubs Holzminden. Die beiden Vollblutmusiker Vito Becker (Piano, Bluesharp und Percussion) und Tino Roberts (Gitarre und Gesang) traten, bedingt durch den Brandschaden im alten Bahnhof, im Altendorfer Hof auf und hatten ihre Zuhörerschaft ab der ersten Minute fest im Griff.
Stilistisch ging die musikalische Reise in die Mitte des 20. Jahrhunderts – Boogie Woogie, Swing und Rock’n’Roll und zudem Rhythm’n’Blues vermittelten ein ganz neues Lebensgefühl. Die Namen der Interpreten von damals haben bis heute einen guten Klang: Little Richard, Elvis Presley, Jerry Lee Lewis, Fats Domino, Bill Haley und zudem Louis Armstrong und als Komponist dann Kurt Weill mit der Moritat von Mackie Messer aus der Dreigroschenoper. Instrumentals wechselten sich mit gesungenen Titeln ab, es gab Balladen, wilden Rock’n’Roll, Boogie-Klassiker und jede Menge bekannte Songs. Blueberry Hill, Last Christmas und
Fallin‘ in Love für’s Gefühl mit einer guten Portion Schmelz und zum Schmusen, Tutti Frutti, der St. Tropez-Twist, Hallo Mary Lou und der ultimative Rock around the Clock eher zum Schnipsen, Mitklatschen und gelegentlich auch Tanzen.
Diese mitreißende Mischung packten die beiden Musiker in eine atemberaubende Show, der Gitarrist mit gekonntem Hüftschwung wie ehedem Elvis, der Pianist – zudem auch zuständig für Percussion und Bluesharp – mit atemberaubend rasanter Fingergymnastik. Eigentlich waren ihm manchmal fast nicht genug Tasten auf dem Instrument, es wäre sicherlich rechts und links auch noch weitergegangen. Gerne schlug er auch mal den letzten Ton mit der Ferse an oder legte ein Bein auf’s Piano und spielte darunter weiter, als sei dies die natürlichste Sache der Welt. Das Publikum war schlicht hingerissen, der lange Applaus forderte zwei Zugaben, zuerst in furiosem Tempo My blue suede shoes, danach als sanfter Ausklang des Abends What a wonderful world.