Pressebericht JCH 12.7.2026

Und Blues geht durchaus auch mal fröhlich 

„Chris B. & Band“ erbringen den schlagenden Beweis dafür 

Das Publikum im alten Bahnhof wurde am Freitag zu genau gesetzten rhythmischen Zwischenrufen „Fröhlicher Blues“ angeleitet. Denn bei diesem Song aus der Feder des Pianisten Christian Jung war im Gegensatz zu sonstigen Bluestexten alles im Leben in Ordnung, es drohten keine persönlichen Katastrophen. Und deshalb war es ein „Fröhlicher Blues“. Andere Stücke brachten wie zu erwarten die gängigen Bluesthemen zu Gehör: die Probleme mit der Liebe, mit dem Geld, mit dem Alkohol und so weiter. Im Song „The nectar from the cotton fields” ging es um ein ganz spezielles Gesöff, nämlich um den schwarz gebrannten „Liquid Moonshine“. Konnte ja nicht gut ausgehen!

Mit Sousaphon und E-Bass (Udo Schwendler), Tenor- und Sopransaxophon und Querflöte (Markus Rießbeck), Schlagzeug (Anselm Gaylor) und Piano und Gesang (Christian Jung) war die Band perfekt ausbalanciert. Frontmann C. Jung machte auch die Moderation, wies augenzwinkernd auf besondere Aspekte der Songs hin und widmete sich fingerfertig und mit Virtuosität den schwarzen und roten (!) Tasten seines E-Pianos. Es gab neben Blues auch Swing und Boogie, eine ganze Reihe Eigenkompositionen und bekannte Stücke etwa von Otis Redding, dem früh verstorbenen „King of Soul“, von Ray Charles und auch von Herbie Hancock. Dessen Stück „Water melon man“ aus den 80er Jahren war gerade richtig für die sommerlichen Temperaturen. Der Bass spielte ein Solo mitsamt Scatgesang.

Mit der üblichen Bluesthematik brach ganz deutlich „Just be“, das an Sonnenuntergang und Wellen am Strand, an Stille und einen kühlen Drink denken ließ – der Saxophonist nahm die Querflöte für dieses gefühlvolle Stück. Sehr speziell ist das Thema einer Eigenkomposition, denn …. die Liebste war nicht fort, das Geld nicht zu knapp, der Job nicht nur Maloche, die Bude nicht heruntergekommen, aber er wohnt nun mal „On the south side of Fürth“ und das allein reicht definitiv aus, um doch noch den Blues zu kriegen. Ein schwungvoller Boogie besang das angebetete Mädchen „Little feet, big heart“, oh wie süß ist sie doch! Hingegen führte „Don’t treat me like a dog“ von Ray Charles wieder zu den bekannten Themen zurück. Was tut er doch nicht alles für seine Frau, aber sie – na ja, siehe Titelzeile. 

Die vielen Gäste im Club waren durchweg begeistert von der lebendigen, virtuosen und professionellen Darbietung des Quartetts aus Franken und sparten nicht an Applaus. Und ein wenig Bluesfeeling nahm jeder mit nach Hause an diesem warmen Sommerabend.