Pressebericht Jazz-Club TAH 14.4.2015

Auf Djangos Spuren in die Moderne

Kussi Weiss Ensemble - Traditionelles, Swing und Eigenkompositionen

(ez) Zwei Sologitarren und ein Kontrabass, zeitweise noch eine Rhythmusgitarre dazu, das macht zweiundzwanzig Saiten und eine Menge Virtuosität.

Nach knapp zehn Jahren gastierte das Kussi Weiss Ensemble wieder einmal im Jazz-Club Holzminden. Zwei Handvoll Zuhörer mehr hätten sicher gut im Club Platz gefunden – wer nicht gekommen war, hat einen grandiosen Abend verpasst mit schwungvollen Soli, herrlichen Improvisationen, überzeugenden Eigenkompositionen und dem schnellsten aller Tiger, die jemals durch den Dschungel des Rag gezogen sind. „Django’s Tiger“ hieß das Stück denn auch, bei dem sowohl Kussi Weiss als auch Tschabo Franzen mit abenteuerlicher Fingerakrobatik ihr Können bewiesen. Beide Sologitarristen beeindruckten durch rasante Läufe die Saiten hinauf und hinunter, durch betont gefühlsvolle Passagen, kräftige Akkorde und überbordende Spielfreude. Sascha Weiss spielte im ersten Set und bei den letzten Stücken die Rhythmusgitarre. Dietmar Osterburg am Kontrabass ist ein ebenbürtiger Saitenvirtuose, der flink und variationsreich swingt. Das stilsichere Zusammenspiel der Band entlockte den Zuhörern immer wieder begeisterten Applaus.

Das russische Volkslied „Schwarze Augen“ stand auf dem Programm, ebenso der Jazzstandard „All of me“ und natürlich durfte auch „Sweet Georgia Brown“ nicht fehlen. Eine bestens ausgewogene Mischung von jazzigen Melodien, Swing und moderneren Klängen prägte diesen unvergesslichen Konzertabend.



Vorbericht

Kussi Weiss Ensemble

Fr. 10.04.2015 20°° Uhr

Eintritt 13,- € / ermäßigt 10,-€

Ermäßigungen für Mitglieder des Jazz-Clubs, sowie für Schüler, Studenten u. Schwerbehinderte.
Vorverkauf ab sofort beim Stadtmarketing Holzminden und
beim Jazzclub per email: karten@jazz-club-holzminden.de


Kussi Weiss gehört zur vordersten Garde deutscher Sinti-Jazz Musiker und blickt bereits auf zahlreiche CD-Veröffentlichungen und internationale Festivalauftritte zurück. Der hochvirtuose Gitarrist hat längst seinen unverkennbaren eigenen Stil entwickelt, der auf besonders elegante Weise Django Reinhardts Erbe mit modernen Elementen verbindet. Die Musik wurde ihm sprichwörtlich in die Wiege gelegt - der Familie Weiss entstammen einige der wichtigsten Vertreter des deutschen Sinti-Jazz.

So ist es kein Zufall, dass er mit 10 erstmals mit der Gitarre in Berührung kommt. Einige Monate später spielt er schon die Rhythmusgitarre für seinen Onkel Moritz Weiss, bald steht er auch mit den berühmten Martin und Haens´che Weiss auf der Bühne, erhält von allen Seiten auch Unterricht und Anregungen. Doch bald reicht ihm die Rolle des Begleiters nicht mehr. Ohne Notenkenntnisse, aber mit viel Spielwitz und Talent eignet er sich das Solospiel an und gründet mit 17 Jahren das „Kussi Weiss Ensemble“. Begleitet von Musikern, die seinem hohen Niveau folgen können, gibt er die ersten Konzerte als Bandleader und nimmt 1996 sein erstes Album für Idol Records auf.

Mit Tschabo Franzen und Sascha Weiss an der Gitarre und dem langjährigen Mitstreiter Dietmar Osterburg am Kontrabass hat er in seinem aktuellen Quartett ebenbürtige Instrumentalisten um sich geschart, die mit ihm mühelos den Spagat zwischen Stiltreue und Modernität meistern. Praktisch von der ersten Minute an entfesselt das originelle Quartett ein Feuerwerk an Spielfreude, Virtuosität und vor allem mitreißendem Swing. Es spielt Djangos Musik absolut authentisch und erlaubt sich doch immer wieder Streifzüge in andere musikalische Gefilde.

Kussi Weiss Solo-Gitarre
Tschabo Franzen Rhythmus- und Solo-Gitarre
Sascha Weiss Rhythmus-Gitarre
Dietmar Osterburg Kontrabass