Pressebericht Jazz-Club 18.11.2018

Die Musik der Beatles und was daraus werden kann

„The CrossWalkers” mischen wohlbekannte Songs neu auf

(ez) Ein wenig freier als bei ihrem Konzert vor drei Jahren, weniger eng am Thema der Songs, aber doch nahe genug, um das Herz der zahlreichen anwesenden Beatles-Fans höher schlagen zu lassen. „The CrossWalkers“ – das sind an diesem Abend von der Stammbesetzung der Band Bassist Benjamin Gutzeit und Drummer Benjamin Keil, dazu kommen der Gitarrist Sebastian Koch und am Keyboard Oskar Ogrodnik. Quer durch alle Stilrichtungen geht es, zwischen Funk und Pop und Soul und Blues, immer um die Vorbilder kreisend, doch mit genügend Eigenständigkeit und unerwarteten, teils schrägen Akzenten.

„Wir sind mal wieder da“ – also stand „Get back“ powervoll am Beginn des Programms und offensichtlich waren sie gerne wieder da, was „I feel fine“ mit leicht lateinamerikanischem Touch ausdrücken sollte. „Drive my car“ präsentierte sich ziemlich wild und rasch, ganz ohne Geschwindigkeitsbegrenzung und Verkehrsregeln. Es folgte ein „Psychadelic Blues“, der Keyboarder malte in seinem Solo psychadelische Kringel und Schleifen und zog die Zuhörer in seinen Bann. Wer „Let it be“ nicht gespielt hat, ist keine Band – so die Meinung des Drummers und dazu die Ankündigung, man wolle das heute mal in mindestens fünf, nein besser doch in sieben verschiedenen Taktarten spielen. Ist ein ganz aufmerksamer Zuhörer mit dem Zählen mitgekommen? Ganz gleich, der Applaus war begeistert und langanhaltend.

„Can’t buy me love“ beschrieb, teils nahe am Original, das man im Ohr hat, teils in rasantem Up-Tempo die bekannte Liebesgeschichte, und zwischendurch fügte die Band auch einige Takte im Dreivierteltakt ein, haben die Verliebten etwa gar Walzer getanzt? „Yesterday“ – für den Bassisten das schönste Stück der Beatles – er spielte ein melancholisch gefühlvolles Solo und erntete begeisterten Beifall. Auch der schönste Konzertabend geht einmal zu Ende, die Zugaben für den Heimweg waren „Back in the USA“ und „Don’t let me down“, der Song, mit dem sich die Beatles seinerzeit verabschiedet haben und der hier für Gitarre und Bass noch einmal die Gelegenheit zu einem melodischen Dialog bot. Ein Glücksgriff, dieses Konzert und nach Meinung vieler Zuhörer am besten in wieder drei Jahren erneut aufzulegen.