28.3.2014


Von Hot Swing über Gershwin bis zu Csardas


Romeo Franz Ensemble reißt Publikum mit


(ez) „Und dazu braucht der Mensch Musik“ – dieser alte Schlagertitel, präsentiert in swingend-jazziger Manier, stand am vergangenen Donnerstag am Beginn eines heißen Abends im Jazz-Club Holzminden. Wozu die Musiker des Romeo Franz Ensembles die Musik brauchen, wurde von vornherein klar. Sie macht ihr Leben aus, sie gibt Schwung und Freude und das bekamen auch die vielen Zuhörer von Anfang an zu fühlen.


Wieder einmal stand Sinti-Swing auf dem Programm des Jazz-Clubs, legendäre Musikergrößen wie Django Reinhardt und Schnuckenack Reinhardt ließen grüßen. Traditionelle Stücke und auch ein Csardas (..den Rhythmus bitte in a-moll mitklatschen ..) wechselten sich mit Jazzstandards ab, von George Gershwin kam „It’s wonderful“ dazu, an die Andrew Sisters erinnerte „Bei mir biste scheen“.


Joe Bawelino, der brilliante Sologitarrist der Band, wie immer unschlagbar fingerfertig, witzig und voller Spielfreude, faszinierte die Zuhörer, insbesondere diejenigen, die selbst mehr oder weniger versiert Gitarre spielen. Der Rhythmusgitarrist Unge Schmidt, ehemals Bandmitglied beim Schnuckenack-Reinhardt Quintett, hat viele Titel für die Band bearbeitet. Am Kontrabass stand entgegen der Ankündigung nicht Thomas Stützel, sondern Andreas Buchmann und selten hat der Club in einem Konzert so zahlreiche, so schwungvolle, so lange Soli auf dem Kontrabass gehört wie an diesem Abend. Bandleader Romeo Franz, der auch die Moderation des Abends machte, ist eins mit seiner Geige, seit er Meisterschüler bei Schnuckenack Reinhardt war. Seine Virtuosität und Spielfreude, aber auch der manchmal durchblitzende Schalk machten das Zuhören und Zusehen zu einem reinen Genuss. In seine Fußstapfen tritt Sunny Franz, mit 13 Jahren während seiner Schulferien mit der Band auf Tournee. Eine klassische Violinausbildung als Basis, das Spiel des Vaters als Vorbild, der Junior überzeugte mit Solopartien in „Minor Swing“ und der Ballade „Nuage“, beides Stücke von Django Reinhardt, wie auch mit dem Jazztitel „I can’t give you anything but love“.


Am Ende des Abends kam noch der traditionelle Titel „Fuli Tschai“ mit Gesang aller Musiker, dann „Those were the days“ und zu guter Letzt ein wunderbar swingendes „Sweet Georgia Brown“. Diese Musik kann man immer wieder mit Freude hören, sie geht ins Gemüt und in die Füße – was will man mehr?


ROMEO FRANZ ENSEMBLE ft. JOE BAWELINO
Sinti-Jazz | Hot Swing
Do, 24.04.14, 20:00 Uhr (Einlass 19:30 Uhr)
Eintritt: 13 € / (ermäßigt) 10 €


Traditioneller Sinti-Jazz vom Feinsten: Das Romeo Franz Ensemble gibt die Tradition der Sinti-Musik weiter. Romeo Franz ist Meisterschüler von Schnuckenack Reinhardt, als Special Guest mit dabei "Big Papa Joe" Joe Bawelino, einer der besten Jazzgitarristen Europas, der mit Django Reinhardts Sohn zusammenspielte.

Ziel des 1991 von Romeo Franz und Thomas Stützel gegründeten Romeo Franz Ensemble ist es, die Tradition der Sinti-Musik weiterzugeben. Im Stil des legendären "Hot Club de France" mit Stéphane Grappelli und Django Reinhardt spielt das Ensemble seinen ganz eigenen, unverkennbaren Stil: von Swing und Jazz der 30er bis 50er Jahre über Walzer und ungarische Folklore hin zu eigenen Kompositionen. Auftritte beim "Fest zum Tag der deutschen Einheit" vor dem Brandenburger Tor, bei Alt-Bundespräsident Johannes Rau sowie bei zahlreichen Festivals bestätigen die hohe musikalische Qualität.

Romeo Franz (Violine, Gesang), Meisterschüler von Schnuckenack Reinhardt, zählt zu den besten und interessantesten Sinti-Geigern. Er ist Komponist der Melodie, die Teil des Mahnmals der ermordeten Sinti & Roma Europas in Berlin ist, und spielte ein Konzert in München auf Einladung von Stevie Wonder. Special Guest Joe Bawelino (Solojazzgitarre) ist unbestritten einer der besten Jazzgitarristen Europas. Über 35 Jahre Bühnenerfahrung ließen ihn mit den Großen des Jazz, wie Joe Pass und Babik Reinhardt, Sohn von Django Reinhardt, zusammentreffen. Unge Schmidt (Rhythmusgitarre, Piano) war viele Jahre der Pianist von Schnuckenack Reinhardt. Thomas Stützel zählt zu den begehrtesten Bassisten des Sinti-Jazz.


Künstler: Romeo Franz (vl, voc), Joe Bawelino (git), Unge Schmidt (git, p), Thomas Stützel (kb)

Presse: "Das ist ein buntes Kaleidoskop von Weltmusik aus schwermütigen Liedern in der Sprache der Roma von Schnuckenack Reinhardt, sanft wiegendem Bossa Nova, den Jazz-Hits der Swing-Zeit, Kurt Weill und Bert Brecht schauen mit Mackie Messer vorbei und natürlich Django Reinhardt. Der Star des Abends war Big Papa Joe Bawelino mit seiner Gitarre. Seine atemberaubende Virtuosität, sein Humor und sein Einfallsreichtum brachte ihm weltweite Bewunderung." (LZ)