Pressebericht JCH 18.1.2019

Jazzig und swingend von g-Moll bis Es-Dur

“Sleepy Town Jazzband” sorgt für heiße Rhythmen gegen Winterkälte

(ez) Zwischen der „Bourbon Street Parade“ als Anfangstitel und dem Schlusstitel, einem wunderbar jazzigen „Guten Abend, gut‘ Nacht“, der so gewiss auch Herrn Brahms gut gefallen hätte, bekamen die vielen Gäste vier kompakte, abwechslungsreiche Sets zu hören. Da der Posaunist der Band erkrankt war, stand überraschenderweise nun ein Tenor-Saxophonist auf der Bühne. Kurzerhand war Bernd Güthoff aus Hembsen eingeflogen worden und wie es unter befreundeten Jazzern so geht, lief nach einer kurzen Eingewöhnungszeit von drei oder vier Titeln alles rund auf der Bühne. Der Klang des Saxophons harmonierte in der Melodiegruppe bestens mit der Klarinette von Wilfried Steinmetz und der Trompete von Helmut Müller, es gab viele Dialoge der Instrumente und zudem reichlich erstklassige Soli und das Publikum sparte nicht mit dem Applaus.


Eine ganze Reihe sehr alte Titel bot das Programm, so „Bill Bailey“ von 1902 – ursprünglich ein irisches Volkslied, „Careless Love“ - gar von 1898 und der „Original Dixieland One Step“ – immerhin aus dem Jahre 1917. Von Kid Ory stammt der „Savoy Blues“, dessen tiefe und ruhige Töne so richtig zum Ausruhen und bestens für ein Tuba-Solo von Gerald Jakubus geeignet waren. Beim „Tiger Rag“, natürlich wieder mit „echtem“ Tiger auf der Bühne, spielte dann auch Roland Berthold am Schlagzeug ein kraftvoll wirbelndes Solo. Georg Heiseke wechselte je nach Stimmung der Stücke zwischen eher frechem Banjo und eher ruhiger Gitarre. Bei einigen Titeln war er für den Gesangspart zuständig, bei anderen hingegen Helmut Müller. Zwei Paradestücke für Klarinette durften an diesem Abend nicht fehlen - „Stranger on the shore“ und „Petite fleur“ bekamen stürmischen Applaus. Sowohl die Musiker als auch das Publikum haben diese Auftakt der Konzertsaison im alten Bahnhof sichtlich sehr genossen, der Abend ging leider viel zu schnell zu Ende.