17.01.2014

Da waren es auf einmal acht ….

Sleepy Town Jazzband und Überraschungsgast vor vollem Haus

(ez) Es begann alles ganz normal mit dem Titel „Bill Bailey“, schwungvoll vorgetragen von der Hausband des Clubs zum Auftakt des Abends. Beim zweiten Stück trat ein weiterer Musiker auf die Bühne: Hans Zollenkopf aus Göttingen, ehemals Bandmitglied bei den „Mississippi Stompers“, hatte seit deren Auftritt im April 1986 im noch jungen Club den Kontakt nicht abreißen lassen. Nun wurde die Idee, in Holzminden einmal mitzuspielen, endlich in die Tat umgesetzt. Er hatte Klarinette und Saxophon mitgebracht und fand sich mühelos in die Spielweise der Sleepy Town Jazzband ein.



Es gab bekannte Stücke aus dem reichhaltigen Repertoire und auch neue, so etwa den Song „Somebody stole my gal“, mit einem schönen Posaunen-Solo von Hans Hävker. Wilfried Steinmetz und Hans Zollenkopf ergänzten sich prächtig, mal spielten beide Klarinette, mal wechselten sie sich mit Saxophon und Klarinette ab. Jeder Musiker der Band hatte „sein“ ganz spezielles Stück, in dem er die Möglichkeiten seines Instruments klanglich voll ausschöpfen konnte. Das Kornett von Peter Hein klang mal rotzig frech, mal gefühlvoll und melodisch. Rainer Paulick und die dunklen Töne seines Basses boten der Band stets guten Rückhalt. Bandleader Georg Heiseke – er spielt Gitarre und Banjo – übernahm bei vielen Titeln den Gesangspart. „Erfrischend abwechslungsreich“, meinte ein Gast und fügte hinzu, dass es nett sei, nicht alle Stücke in voller Besetzung dargeboten zu bekommen. So begann „Sweet Georgia Brown“ nur mit Posaune und Rhythmusgruppe, bevor Wolfram Bartels am Piano Platz nahm und auch noch ein Solo spielte. Fast hätte der Plüschtiger beim „Tiger Rag“ seinen gewohnten Auftritt verpasst, aber er nahm nach den ersten Takten noch rasch Platz auf dem Klavier und konnte von dort aus auch das Schlagzeug-Solo von Roland Berthold genießen.

Der Abend wurde lang und länger, und im vierten Set kam die zweite Überraschung des Abends, als beim „St. Louis Blues“ der Pianist seine Bluesharp auspackte und ein Solo blies, erst etwas verhalten, dann aber mit Mikrophonhilfe gut zu hören. Das Publikum war hellauf begeistert. Eine Zugabe, noch eine Zugabe, und als die Zuhörer immer noch nicht aufhören wollten mit dem Applaus, spielte die Band das „Wiegenlied“ von Brahms „ganz in Jazz“, um sich zu verabschieden.