Jazz-Club Holzminden improvisiert

(Holzminden) Ein Konzert der Sonderklasse, obwohl mit dieser Band gar nicht so geplant, bot der Jazz-Club am Freitag, 15. April seinen begeisterten Zuhörern, wie immer im alten Braunschweiger Bahnhof.

Zum Auftakt berichtete der Club-Vorsitzende Wilfried Steinmetz noch einmal über die Spendenaktion für die Kreisflüchtlingshilfe und die seitdem zu allen Konzerten eingeladenen Betroffenen. Sodann musst bekannt gegeben werden, daß die angekündigte Band wegen einer Handverletzung des Gitarristen nicht auftreten konnte – der TAH berichtete – und nur innerhalb eines Tages eine Alternative gefunden werden musste. Und wer kann wohl besser improvisieren, als ein Jazzer ?! Die Gruppe „Tritone Cartell“ aus Bonn entpuppte sich als kein schnell-mal-mäßiger Ersatz, sondern als wahres Highlight.

Zu Gehör kamen neben Eigenkompositionen etliche Realbook-Standards, vorgetragen auf einem melodisch-rhythmischen, treibenden Teppich des Bassisten Lars Willige, auf den Sascha Czarmowski mit seiner Gitarre die Themen und immer wieder neue mitreißende Soli legte, mal traditionell jazzig, mal Latin, mal afrocubanisch inspiriert. Jeder Titel ein neuer Nervenkitzel. Untermauert wurde dieses Projekt von Lazlo Brosch, einem der wohl besten Drummer im Jazz-Club in letzter Zeit. Sein Spiel zeichnete sich aus durch teils goovige Rhythmik, dann immer wieder schier nicht enden wollende Soli bis fast zur Ekstase. Ein herausragendes Beispiel hierfür war sein Vortrag zu „Take Five“, diesem ungewöhnlichen 5/4-taktigem Ohrwurm.
Zum Schluß des Konzerts erwirkten stehende Ovationen nicht nur die fälligen Zugaben, es wurde die Forderung nach einer Wiederholung laut, und die wird sicher kommen.