Pressebericht TAH vom  12.10.2015

5-Sterne-Konzert mit Pluto’s Swingin‘ Dixie Five

Grandioses Konzert zum Bahnhofsjubiläum

(ez) Wie viele Zuhörer am vergangenen Samstag tatsächlich mit der Bahn angereist kamen, wurde nicht ermittelt. Der Club war gut gefüllt, und die Band aus Münster (und weiterer Umgebung) bestach durch großes handwerkliches Können und wahrhaft überbordende Spielfreude.

Die „Bourbon Street Parade“ eröffnete den Abend, gefolgt von dem Titel „Charleston“ aus den 20er Jahren, der Auslöser für das danach benannte Tanzfieber einer ganzen Epoche war. Die fünf Musiker von Pluto’s Swingin‘ Dixie Five griffen tief in die Notenkiste und brachten so manche Rarität ans Licht. Zu den eher selten gespielten Stücken gehörten „Give Me a Kiss to Pay the Dream Off“ und „Dapper Dan“ – der Song erzählt von einem Schlafwagenschaffner, der zwischen Georgia und Texas in jeder Stadt ein anderes Mädchen hat. Der Titelsong der ehemals beliebten Knoff-Hoff-Show „Ain’t She Sweet“ wurde mit englischem und deutschem Text vorgetragen. Den Gesangspart übernahmen – als Solo, Duo oder Trio – Trompeter, Banjoist und Posaunist, wobei letzterer so gekonnt Louis Armstrong imitierte, dass die Gäste zwischen Schmunzeln und Beifall hin und her gerissen waren.

Bandleader Rudolf „Pluto“ Kemper spielte Banjo und Gitarre, und es waren selten so viele mitreißende Banjosoli im Club zu hören wie an diesem Abend. Waldemar Kowalski hatte gleich drei Blasinstrumente dabei, Klarinette und Alt- und Baritionsaxophon. Am Kontrabass stand mit verschmitzter Miene und flinken Fingern Joachim Fitzon, Mirko Kirschbaum blies eine überaus kraftvolle Trompete, Mike Rafalczyk holte aus seiner Posaune auch den letzten Ton. Einige Solotitel lockerten das Programm auf: für das Altsaxophon die melancholische Ballade „Blue Moon“, für die Posaune das zart-verträumte „Stardust“, für das Baritonsaxophon der „Jazz-me Blues“. Als Zugabe erklang „What a Wonderfol World“, gesungen von Mike Rafalczyk, der noch einmal kräftig mit Reißnägeln gegurgelt hatte und für seine Darbietung lang anhaltenden Beifall bekam. „Eine Spitzenband“ – „Wieder einladen“ – „Der beste Dixie seit langem“ – so einige Stimmen vor dem Nachhauseweg.

Das nächste Konzert – am 13. November zum 30. Geburtstag des Clubs – wird stilistisch ganz anders liegen. The CrossWalkers bringen Funk, Soul und Jazz unter dem Motto „Funkin‘ up the Beatles“.



Vobericht

Sa. 10.10.15, 20:00 Uhr (Einlass 19:30 Uhr)
Eintritt: 13 € / (ermäßigt) 10 €

„ PLUTO´S SWINGIN´DIXIE FIVE “            

Jubiläumskonzert 150 Jahre Bahnhof Holzminden

 Fünf Erzmusikanten aus dem Westen der Republik mit Münster als Mittelpunkt geben seit einiger Zeit der traditionellen Jazzscene einen neuen Input. Pluto´s  Swingin´ Dixie  Five tut dies nicht in der üblichen 6-er Besetzung, sondern zu fünft mit Trompete, Posaune, Klarinette, Bass und Banjo. Was man mit dieser Besetzung erreicht, ist traditioneller Dixielandjazz, alte Schlager mit mehrstimmigem Gesang, zwischendurch Latinjazz und immer mal wieder Slapstick- und Comedy-Einlagen des Trombonisten, abwechslungsreich und unterhaltsam. Der Stil der Band ist stark beeinflusst durch die Spielweise  z.B. von Eddie Condon und der Dutch Swing College Band.
 
Da die Band ohne Piano und Schlagzeug spielt, ergibt sich der Vorteil, daß man beweglich an verschiedenen Standorten und durch das Publikum gehend spielen kann.
             
tp:             Mirko Kirschbaum aus Witten, ein Trompeter ohne
                  technische Grenzen bei gleichzeitiger
                  Geschmackssicherheit.
tb:             Mike Rafalczyk aus Wuppertal, ein Tausendsassa, der
                  gern das Publikum aus dem Häuschen lockt mit
                  Ausnahmeinstrumenten, wie Maultrommel etc .
cl und ts: Christian Schmidt aus Solingen, der gekonnt und
                 brillant die Frontline vervollständigt.
b:              Joachim Fitzon aus Bielefeld, der das größte Instrument
                  der Band bedient, er bildet zusammen mit
bj:             Rudolf „Pluto“ Kemper aus Münster das rhythmisch-
                  melodische Rückgrat der Band.

http://pluto-kemper.de