Pressebericht JCH vom 20.4.2019

Zwischen Bourbon Street Parade und Charleston

Welturaufführung am letzten Samstag geglückt, Publikum begeistert

(ez) „Na, das war ja ein guter Beginn, wir haben alle zusammen angefangen und zusammen geendet“, kommentierte Rudolf „Pluto“ Kemper die „Bourbon Street Parade“, das erste Stück des Abends. Der Meister an Banjo und Gitarre führte auch durch den Abend, verriet einiges über seine ehemaligen und aktuellen Schüler, die mit ihm zusammen in dieser Formation erstmalig auf der Bühne standen. Weltpremiere im alten Bahnhof!

Die Youngster, Jan Paul Herbst am Altsaxophon und Jens Buschenlange an der Trompete, konnten es bezüglich Virtuosität und Können mit den altgedienten Kollegen bestens aufnehmen. Da bei einer solchen Jazzformation die Trompete das Sagen hat, übernahm Jens Buschenlange auch noch das Dirigat. Bernd Güthoff – souverän am Tenorsaxophon - war schon vor mehreren Jahrzehnten ein Schüler von Pluto, damals spielte er noch Gitarre. Und auch Martin Fust am Kontrabass hatte in seiner Studienzeit Pluto als Dozenten.

Die Mischung von langsamen und raschen Titeln war perfekt ausgewogen: auf das sehr verhaltene, gefühlvoll verträumte „If I had you“ mit großem Solo des Altsaxophons folgte in flottem Tempo der „Royal Garden Blues“, bei dem Steffi Fust trotz des Handicaps einer bandagierten Hand ein langes, ausdrucksstarkes Schlagzeug -Solo hinlegte. Das Publikum applaudierte begeistert und ausdauernd. „Whispering“ stand auch auf dem Programm, manch einer konnte sich noch an die deutsche Version „Ich möcht‘ dein Badewasser schlürfen“ erinnern. Selbstverständlich durfte ein großes Banjosolo nicht fehlen, dafür hatte sich Pluto den Titel „Nobody’s sweetheart“ ausgesucht. An die 20er Jahre erinnerten die Stücke „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ und „Charleston“, tanzen war selbstverständlich erlaubt. Vier „Vorhänge“ gab es am Schluss für die Musiker und danach folgte als Zugabe „Oh, when the saints“ und die Gäste konnten bei Mitsingen ihre Textfestigkeit unter Beweis stellen. Hoffentlich kommt diese sympathische Band wieder einmal an den Ort ihres Erstauftritts zurück!