15.06.2014


Eine Kleine Jazzmusik – ganz groß

Hamburger Band bietet mitreißenden Abend

(ez) Eine kleine Ewigkeit ist es her, dass „Eine Kleine Jazzmusik“ in Holzminden zu hören war, es war im November 1986, als der Jazz-Club noch in den Kinderschuhen steckte. Der Club ist älter geworden, die Musiker auch, sie haben sich daher junge Kollegen als Verstärkung geholt, aber ihre Musik ist immer noch unverkennbar, swingend, eingängig und locker und überaus abwechslungsreich.

Bandleader und Trompeter Volker Reckeweg führte mit Witz und Wissen durch das Programm, kaum ein Titel, dessen Geschichte er nicht kurz skizzierte. Nach dem ersten Stück stellte er seine Mitstreiter vor, es hieß 3:4 auf der Bühne, drei Damen – Lisa Stick / Posaune, Barbara Hörmann / Kontrabass und Nina Majer/ Gesang - und vier Herren – Volker Reckeweg / Trompete, Andreas Hinrichs / Piano, Helmar Marczinski / Klarinette und Saxophon und Ulrich „Miele“ Miletschus / Schlagzeug.

Breitgefächert die Auswahl der Stücke, von George Gershwin und Count Basie zu Cole Porter, von Duke Ellington über Omer Simeon und Latin-Rhythmen zu Filmmusik aus den 30er Jahren. Es gab viele brilliante Soli, Tempowechsel, Rhythmuswechsel, verhalten melodische und dynamisch treibende Passagen, und oft auch Songenden mit Überraschungseffekt. Helmar Marczinski macht die Arrangements für die Band, sie spielt aber auch Titel, die der 2013 verstorbene Günther Fulisch, einst Mitglied der Band, für sie in früheren Jahren arrangiert hat. Dazu zählen „How high the moon“ und „Just one of those things“, die wieder neu ins Repertoire aufgenommen wurden.

Nina Majer hatte das Publikum sofort auf ihrer Seite. Das Stimmvolumen und die Stimmkraft dieser grazilen Sängerin sind umwerfend, ihr Charme und ihre offensichtliche Freude an der Musik ansteckend. Ihre besten Titel waren wohl „My heart belongs to daddy“ von Cole Porter und „Put the blame on Mame, boys“, mit dem Rita Hayworth in dem Film „Gilda“ auftrat (sie soll wohl nicht selbst gesungen haben…).

Insgesamt hätte auch der letzte Song des Abends – vor den Zugaben – gleich als Motto über dem Ganzen stehen können: „It don’t mean a thing, if it ain’t got that swing“. Eine halbe Stunde vor Mitternacht war Schluss – schade! Musiker und Publikum waren einhellig der Meinung, dass nicht wieder Jahrzehnte bis zu einem Wiedersehen vergehen müssten.