Pressebericht JCH 12.4.2026

Auf den verschlungenen Pfaden des keltischen Folk

Leipziger Trio „Winding Path“ mit abwechslungsreichem Programm im Jazz-Club 

So ein Cajón, eine Kistentrommel, ist schon ein praktisches Instrument. Mit den Handflächen und Fingern geschlagen, gibt sie hohe und tiefe Töne von sich und dient zudem als Sitzmöbel. Silvia Needon beherrschte sie perfekt, wie auch die Bodhran, die irische Rahmentrommel. Ihr Melodieinstrument ist die irische Fiedel, die wie eine Gambe beim Spielen zwischen den Knien gehalten wird. In der Melodie ging es hin und her zwischen der Fiedel und den verschiedenen Whistles, sehr fingerfertig und mit bewundernswert langem Atem gespielt von Katharina Hölzel. Torsten Pfeifer brachte mit Gitarre und irischer Bouzuki weitere Klangfarben hinzu. Und mit seiner rauchigen, doch auch mit Gefühl eingesetzten Stimme war er der perfekte „Kneipensänger“. 

Die Songs erzählten teils ganze Geschichten, teils erzeugten sie instrumentale Klanggemälde. Alle vorgestellten Stücke sind individuelle Bearbeitungen traditioneller irische und schottischer Lieder. Reels in schnellem 4/4 Takt wechselten sich ab mit Balladen über die Liebe oder das Leben als Bettler, dazu kamen Tänze – Jigs im 6/8 und Slip Jigs im 9/8 Takt. „The Piper of Dundee“ erzählt die Geschichte eines Musikanten, der schon im 18. Jahrhundert durch die wilden Highlands zog und bei Festen aufspielte. „The rocks of bawn“ berichtet vom Leben voller Mühsal auf den steinigen Feldern im Westen der grünen Insel und der Not der Bauern. Ein Bild von Meer und Klippen malten die drei zusammenhängenden Titel „Out on the ocean“, „Rolling waves“ und „The cliffs of Moher“. Fröhlich – und tragikomisch – der Song über Mick McGuire, er ist ein Schlitzohr, ein Filou, er sucht sich eine „wohlgepolsterte“ Braut und wird sauer, als die Schwiegermutter ihn später vor die Tür setzt, weil er die Mitgift verprasst hat. 

„Winding Path“ hat unter den zahlreichen Gästen im Club eindeutig viele neue Fans gewonnen. Stürmischer Applaus am Ende des Konzerts lockte das Trio zu drei Zugaben, darunter ein Trinklied zum Mitklatschen und Mitsingen des Refrains, und als letztes „Cruscin lan“ von Torsten Pfeffer gälisch gesungen – es geht um einen Bierkrug und ist, genau passend, ein Farewell-Song.

Als nächstes gibt es am Sonntag, dem 3. Mai, ab 11 Uhr einen Jazz-Frühschoppen mit der Hausband des Clubs, der „Sleepy Town Jazzband“. Karten unter karten@jazz-club-holzminden.de , auch beim Stadtmarketing und an der Tageskasse (eine halbe Stunde vor Konzertbeginn geöffnet).