Pressebericht Jazz-Club 14.10.2018

Die weiten Baumwollfelder Ostwestfalens

„Cottonfield Dixielanders“ haben neue Fans gefunden

(ez) Zugegeben, es waren blau blühende Flachsfelder, die sich vorzeiten um Bielefeld herum erstreckten und den Rohstoff für Bielefelder Leinen lieferten. So haben die „Cottonfield Dixielanders“ bei Bandgründung und Namenswahl vor über 25 Jahren schon ein wenig gemogelt. Die weißen Baumwollfelder des amerikanischen Südens hingegen werden in „Cottonfields back home“ besungen, dem bekannten Song, den die Band sich zum Markenzeichen wählte.

Am Freitagabend standen im alten Bahnhof vorrangig Dixieland und klassischer Jazz auf dem Programm, beginnend mit der „New Orleans Street Parade“ und dem alten Hit „After you’ve gone“. Es folgten in bunter Mischung bekannter und eher selten gehörter Titel, wie zum Beispiel der „Dippermouth Blues“ mit einem langen virtuosen Trompetensolo von Cliff McLane. Ist der Dixieland in erster Linie dafür bekannt, dass er schwungvoll mitreißend und voller Frohsinn ist, so gab es andererseits auch getragene, eher lyrische Songs wie „Poor butterfly“ oder „Georgia on my mind“, gesungen von Hans Scholl, der das Banjo gegen die Gitarre getauscht hatte und von Saxophon, Schlagzeug und Tuba begleitet wurde. Die Tuba war nun eigentlich ein Helikon, die deutsche Antwort auf das französische Sousaphon, auch mit nach vorn gerichtetem Schalltrichter. Eberhard Westenfelder spielte auf einem über hundert Jahre alten Instrument, das in seinem langen Leben schon einige Blessuren abbekommen hatte, dessen tiefer, runder Klang aber die Gäste im Club voll begeisterte. Beim „Savoy Blues“ war der Moment für das große Solo von Hans Häfker und seiner Posaune gekommen. Klarinette, Saxophon und Gesang, ein vielseitiger Wilhelm Gößling-Eckey zeigte sein Können beim „Tishomingo Blues“, einem klassischen New Orleans Stück. Und was wäre die Band ohne ihren zuverlässigen Schlagzeuger? Dieter Kohring, im ersten Set wie auch seine Kollegen noch ein wenig atemlos, denn bedingt durch einen Stau war die Anreise leicht kompliziert, hatte seine Bandkollegen hinsichtlich der Tempi gut im Griff und ließ sich auch zu einigen kurzen Soloeinlagen hinreißen. Da sind Schlagzeuger im allgemeinen eher etwas sparsam, wie viele Konzertabende gezeigt haben.


Der „Bye, bye Blues“ und „Going home“, dessen Text die geballte Sehnsucht nach einer Rückkehr in das alte New Orleans ausdrückt, standen am Ende des Abends. Natürlich applaudierte das zufriedene Publikum lange und nachdrücklich genug und die Zugabe „Please don’t talk about me“ rundete den Auftritt der „Cottonfield Dixielanders“ ab.

Das nächste Jazzkonzert im Club mit „The Crosswalkers“ ist am 17. November. Zuvor allerdings ist, in Kooperation mit Symrise, noch ein Sonderkonzert mit „Les Bummms Boys“ am 26. Oktober, beide Konzerte ab 20 Uhr.