Pressebericht Jazzclub 19.02.2018

„mandoPortch“ mit Lightshow und vielen Fans

 

Zwischen „Cotton Fields“ und Bauerntanz – Don‘t worry, be happy!

(ez) Die Pflege von Jazzmusik und verwandter Stilrichtungen hat sich der Jazz-Club Holzminden auf seine Fahnen geschrieben. Nun, am Samstag waren es schon etwas entferntere musikalische Verwandte, die da zu Besuch im „coolsten Club der Stadt“ waren. Zählen Blues und Folk noch zum engeren Familienkreis, so sind Countrymusik und Shanties wie auch Pop-Oldies aus den 60er und 70er Jahren nur noch weitläufig verwandt. Diese leicht theoretischen Überlegungen taten der guten Stimmung im alten Bahnhof aber durchaus keinen Abbruch. „mandoPortch“ hat enorm viele Fans in der Region und die waren überaus zahlreich erschienen, bereit zum Mitsingen und rhythmischen Klatschen und zum Anfeuern der Musiker.

Auf der Bühne standen Uwe Kanitz (Gitarre/Slide/Gesang), Timo Illig (Handharmonika/Blues-Harp/Percussion/Gesang) und Konny Wieneke (Mandoline/Gitarre/Flöte/Gesang) sowie Alexander Glas (Bass/Gitarre/Gesang). Ihr Programm mit einem bunten Mix aus Folk, Blues, Oldies, Country, Shantys, Latin und Traditionals begann mit „Mighty Quinn“ und ging über „Sloop John B.“ und „What shall we do with the drunken sailor“ weiter zu „Cherokee“, „Lady in Black“ von Uriah Heep und Titeln von den Rolling Stones. Als special guest trat auch Howard Carpendale auf, Timo Illig wusste ihn beim Song „Living next door to Alice” mittels blonder Perücke erfrischend zu imitieren. Da störte es auch nicht, dass die Kopfzier sich zwischendurch selbständig machte und  neu arrangiert werden musste. Temperamentvoller Folk aus Kentucky passte perfekt zur allgemeinen Grundstimmung des „Don’t worry, be happy“ und der Mitsing-Faktor war bei diesem Konzert folglich relativ hoch, stammen die meistens Songs doch aus einer Zeit, als Texte noch vor dem Radio hängend auswendig gelernt wurden.  

 Im dritten Set begann es ländlich-sittlich mit einem norddeutschen Stampftanz der Bauern, der - zumindest im Text – über Tische Bänke ging. Weiter gab es „Knocking on Heaven’s Door“ und dann endlich auch zwei echte Bluesstücke, so richtig mitreißend und gefühlvoll. „They call me the priest“ brachte ein wildes langes Solo der Blues-Harp und riss die Zuhörer fast von ihren Plätzen. Tosender Applaus. Der nächste Blues deutete dann quasi schon auf den Schluss des Abends hin „After Midnight“. Ganz so spät war es nicht, als das Publikum sich nach einem Medley noch zwei Zugaben einforderte. „Country Roads“ konnten als Heimweg gesehen werden und „I’m leaving“ hieß – Schluss für heute.

Die nächste Veranstaltung im Jazz-Club ist am 18. März um 20 Uhr, das Michael Kaeshammer Trio kommt mit dem Programm „A Night of Blues, Boogie, Bayou & Beyond“.