Club-Atmosphäre beim Weserbergland-Blues-Festival auf dem Siedepunkt


Top-Acts B.B. And The Blues Shacks und Bluespower bringen Club zum Kochen

(pd). „In Holzminden ist die Welt noch in Ordnung“, posteten B.B. And The Blues Shacks noch kurz vor dem Auftritt auf ihre eigene Internetseite zusammen mit einem Bild von dem vom Jazz Club aufgestellten Schild, auf dem der restlose Karten-Ausverkauf fürs erste Weserbergland-Blues-Festival verkündet wurde. Und tatsächlich war der Club im alten Braunschweiger Bahnhof an beiden Tagen nicht nur bis auf den letzten Platz gefüllt, die vier Gruppen sorgten auch dafür, dass die Stimmung im Publikum vor Begeisterung überkochte. „Das fühlt sich nicht an wie im Weserbergland, sondern wie in einem kleinen angesagten Szene-Club in Manhattan“, meinte eine Besucherin hinterher.

Sowohl am Freitag wie auch am Sonnabend war die Mischung nahezu perfekt, und wer als Unberufener vermutet hätte, dass da musikalisch mit dem schweißtreibenden Par-Force-Ritt der zweifellos zu Recht weit über die Grenzen Deutschlands erfolgreichen B.B.´s irgendwie schon nach dem ersten Tag die Luft hätte raus sein müssen, der konnte sich durch die dem nur wenig nachstehende Qualität Bluespowers am zweiten Abend locker vom Gegenteil überzeugen lassen. Und auch die beiden lokalen Bands 4sale und BörnerBluesBand sorgten als Vorgruppen jeweils noch einmal für eine eigene stilistische Note, für den sich selbst etwas weitere Wege lohnen sollten. Denn besonders am ersten Tag waren die Blues-Freaks des Weserberglandes im Publikum durchaus nicht allein, aus Frankfurt, Hamburg oder Berlin kamen Fans angereist, um in Holzminden den Blues zu bekommen.

Und sie bekamen zunächst erst einmal die gut aufgelegten 4sale zu hören, die mit schon Bekanntem und Bewährtem wie etwa dem originell kombinierten Doppelsong „Heartattack and Vine/Indian Reservation“ genauso erste individuelle Blues-Duftmarken setzten wie mit einigem Neuen, dass selbst die eingefleischtesten Anhänger der lokalen Combo wohl noch nicht gehört hatten. Der Top-Act des Blues-Festivals dagegen, B.B. And The Blues Shacks, bot nicht nur den Fans Überraschendes, sondern entschied während des Auftritts mehr so nach Stimmungslage, was als Nächstes kommen sollte. Heraus kam dabei eine schier unglaubliche Bandbreite, in der sich neben dem klassischen Blues auch typischen Sixties-Beat mit einem in Arme und Beine gehenden Rock´n Roll abwechselten, um dann gleich wieder im nächsten Song von Souligem abgelöst zu werden. Die Band um die beiden charismatischen Arlt-Brüder verstand es dabei bestens die schon gut angeheizte Atmosphäre im Club am Ende auf den Siedpunkt und das Publikum vor Begeisterung zum Kochen zu bringen.

Den Einstieg am Sonnabend besorgte dann die Höxteraner BörnerBluesBand mit ganz verlässlichem eher basslastigem Bluessound nach britischem Vorbild, ehe die Braunschweiger Band Bluespower ihrem Namen alle Ehre machte und über zwei Stunden lang mit explodierender Dynamik noch einmal einen Kontrapunkt zum Vorabend setzen, indem sie mit eher Bekanntem, dafür aber hierzulande eher selten Gespieltem von ZZ Top, Marc Cohn oder The Temptations einen weiteren Höhepunkt des Festivals setzten. Das soll, darin sind sich die Verantwortlichen des Clubs ziemlich schnell einig gewesen, im nächsten Jahr auf jeden Fall seine Fortsetzung finden.





1. Weserbergland-Blues-Festival im Jazzclub Holzminden

Nachdem der Blues schon oft eine prominente Rolle im Konzertprogramm des Clubs eingenommen hat, soll er ab diesem Jahr mit einem eigenen Festival im März einen festen Platz im Konzertkalender finden. Zum Auftakt sind zwei Konzertabende mit jeweils zwei Bands geplant.

Den Auftakt am Freitag, 28.3., macht 4Sale, die bereits mehrfach - zuletzt im März 2013 - sehr erfolgreiche Konzerte im Club gespielt haben. Weiter geht es am Freitag mit einem Kracher. Der Club konnte die international bekannte Band B.B. & The Blues Shacks aus Hildesheim gewinnen. Seit 23 Jahren sind sie weltweit unterwegs. Das Ergebnis: mehr als 3000 Konzerte und zahlreiche Preise vom „German Blues Award“ bis zur Auszeichnung als „Europas beste Bluesband“ durch französische Musikredakteure. Besonders live gelten sie als Erlebnis.
Deshalb konnten B.B. & The Blues Shacks ihren Ruf als Top-Band inzwischen auch in Übersee durchsetzen. Sie spielten in Dubai, auf dem Doheny-Festival in Los Angeles und beim Byron-Bay-Festival in Australien mit Künstlern wie Bob Dylan, B.B. King und Elvis Costello vor Zehntausenden. Mit großem Erfolg!
Frontmann Michael Arlt (Vocal und Harp) gehört längst zur ersten Liga europäischer Blues- und Soulsänger. Sein Bruder Andreas Arlt, bekannt für seine kraftvolle und doch elegante Spielweise, wird inzwischen als „Weltklasse-Gitarrist“ gehandelt. Dennis Koeckstadt setzt an Klavier und Orgel gekonnt seine Akzente. Henning Hauerken (Kontrabass und E-Bass) und Schlagzeuger Jochen Reich liefern den Drive und Groove, den man noch vom Konzert mit nach Hause nimmt.

Am Sonnabend, 29.3., macht die Börner Blues Band den Auftakt, ebenfalls gute alte Bekannte im Club. Börner lässt sich zu keiner bestimmten Bluesrichtung zuordnen, denn er erfasst verschiedene Einflüsse der musikalischen Epochen, wobei immer wieder der gefühlvolle und groovige „Börner Blues Sound“ zugegen ist. Gefühlvoll heißt aber nicht seicht, denn immer wieder überrascht Börner mit seiner kraftvollen Stimme, begleitet und vorangetrieben von Guido Grube (Harps), Michael Carl (Bass) und Heiko Uthermöhle (Drums).
Als Top Act des Abends kommt Bluespower aus Braunschweig - "A Band Like Dynamite". Bluespower sieht sich in der Tradition des Chicago Blues, die sowohl in den Eigenkompositionen als auch in den Standards von BB King, Muddy Waters und Willie Nelson durchscheint. Die Band um den charismatischen Sänger Fritz "Cleanhead" Köster überzeugt durch eine außergewöhnliche Live- Performance. Der Sound, das Outfit und die Perfektion der Bühnenshow sprechen seit Jahren ein breites Publikum an. Dies hat die Band durch zahlreiche Konzerte in kleinen Clubs und großen Hallen bewiesen – in Deutschland, Portugal, Mexico und den USA.

DIE BESETZUNG:

 Fritz "Cleanhead" Köster Git., Voc.
 Sebastian Scheil Sax
 Didi Ruscheinsky Drums
 Tobias Friedrich Bass
 Jens Wachsmuth Piano, Organ