Pressebericht JCH 28.4.2019

Erste-Klasse-Blues und beste Stimmung

6. Weserbergland Blues Festival lässt den Jazz-Club drei Tage lang zu einem heißen Blues-Club werden

Am Freitagabend ging es wieder einmal richtig los: Pünktlich um 19 Uhr kamen frÄnk und HoBo auf die Bühne des Jazzclubs. Mit dem Titel „Heroes“, den sie auf einer Tour von New Orleans nach Memphis geschrieben hatten, ging es los. Der Blues-typische Gitarrensound und -rhythmus von dem Berliner frÄnk leitete das Konzert ein, dann Bluesharp-Riffs vom Hamburger HoBo, überleitend in furiose Mundharmonika-Solopassagen, dann Gesang und Gitarrensolo wiederum von frÄnk. Der Blues war im Raum präsent, er wurde gehört und gefühlt. Das zahlreiche Publikum war sofort eingefangen und ging nicht nur rhythmisch mit, sondern sang stimmgewaltig Refrains und Riffeinwürfe mit. Gesteigert wurde diese Athmosphäre, als die Musiker mit dem Song „HoBo und die Frauen“ unplugged durch das Publikum wanderten und in höchsten Bluestönen die Damen begeisterten. Einzigartig auch die Wechselspiele zwischen Gitarre und Bluesharp, Rede und Antwort zweier doch so verschiedener Instrumente, die aber zusammen den Blues ausmachen. Aber nicht nur Eigenkompositionen wurden präsentiert, sondern auch bekannte Titel wie „All Night Long“ von Howlin' Wolf kamen zu Gehör. Spürbar war permanent die Spielfreude des Duos und zusätzlich führten frÄnk und HoBo mit Anekdoten zu den einzelnen Titeln unterhaltsam durch das Konzert.

Zwei Stunden später eroberten dann Hot'n'Nasty die Bühne. Mit der Verdoppelung der Musiker verdoppelte sich sogleich die Lautstärke. Getrieben von Malte Triebisch an der Gitare, dem Schlagzeuger Dominique Ehlert und Jacob Müller am Bass war der Einstieg in den Bluesrock schnell geschafft. Ein hämmernder Rhythmus, wie beispielsweise bei dem Titel „Like A Hammer“ dominierte das Geschehen, bis Robert Collins zu seinem Microfon auf dem Wurzelholzständer griff und mit eindrucksvoller Stimme die dazugehörigen Texte vortrug, mitunter auch mit der Bluesharp interpretierte. Besondere Highlights dieses Konzertzs waren die Momente, wenn Malte von der E-Gitarre auf seine „Akkordeon-Slide-Gitarre“ wechselte und wie bei „Slide Rock“ Hillbilly in immer furioser werdender Rhythmik vorführte oder bei gängigen Rock'n'Roll-Titeln wie „Maybelline“ die Zuhörer einen vollendeten Tanz hierzu hinlegten. Nach geforderten und natürlich auch gern gegebenen zwei Zugaben wurde das zufriedene Publikum in die Nacht entlassen, um sich auszuruhen für den genauso spannenden Samstagabend.

Diesen eröffnete mit der Tim Seidel Band aus der Blueshauptstadt Hildesheim eine Formation, der Thomas Ritter von „bluesnews“ attestiert, es habe Besseres lange nicht zu hören gegeben. An diesem Abend entführte die Band ihr Publikum in den tiefen Süden der USA. Spätestens bei B.B.Kings „Heartbreaker“ und dem starken „Walking to my Baby“ war das Publikum nicht mehr zu halten. Als dann noch Till Seidel seine Tanzeinlagen dazu gab, erreichte der alte Bahnhof den Siedepunkt. Wer nach der begeisternden Zugabe dachte „Besser geht’s nicht“ der wurde rasch eines Besseren belehrt.

Mit den Blues Bones kam anschließend eine der besten europäischen Blues-Rock Formationen auf die Jazzclub-Bühne. Der Frontmann Nico de Cock gehört längst zur ersten Garde europäischer Bluessänger. Der Gitarrist Stef Paglia bringt mit seinen knapp über 20 Jahren leicht auch doppelt bis dreifach so alte Bluesfans ins Schwärmen und der Keyboarder Edwin Risbourg, der mit seinem gefühlvollen Spiel an der im Blues eher selten zu hörenden Hammondorgel einen wichtigen Beitrag zum Sound der Band leistet, sorgen für spontane Begeisterung im Jazzclub. Nach eher instrumentallastigem Anfang geht es mit „Find me a Woman“ bald in den rockigen Bereich. Mit „She got the Devil in her“ lieferte Nico de Cock ein musikalisches Opus ab. Mit Sprechgesang und Barry White-Stimme erzählte er von einer schwarzhaarigen Schönheit mit blauen Augen und riss damit sein Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Auch sozialkritisches wie Prostitution und Krieg kam nicht zu kurz in „Romance for Rent“. Spätestens nach dem genialen Gitarrensolo in „Golden Down“ war man sich allgemein einig an diesem Abend eine der derzeit besten europäischen Bluesbands gesehen und gehört zu haben.

(ez) Ohrenschmaus und Augenweide, der Ausklang des Festivals am Sonntagmorgen bot beides hinreichend. „The Silverettes“, drei junge Damen mit hervorragenden Stimmen und großer Bühnenshow, dazu am Kontrabass Falko Burkart, an der Gitarre Stephan Baader und am Schlagzeug Bernhard Weichinger rissen die vielen Gäste gleich ab dem ersten Song mit. Blues, Country, Hillbilly, Rhythm’n’Blues und Rock’n’Roll wetteiferten mit dem Wetter draußen, mal sonnig und freundlich, mal stürmisch und kraftvoll, stets überzeugend und frisch. Alle Zutaten stimmten: Ira, Jane und Nina standen mit wippenden Röcken vor ihren Mikros im Retrostil, sangen perfekt dreistimmig und animierten die Gäste immer wieder zum Mitmachen. Ein Gastpaar in perfektem Outfit legte mehrere Tanzeinlagen aufs Parkett. „Watch out“, „Kiss, kiss, kiss“, ein provokantes „Sweet butts“, „Rolling and tumbling” und “Shake it, baby” – um nur einige Titel zu nennen. Nach der Pause durften die Jungs erst einmal nicht mit auf die Bühne. „The Silverettes“ zeigten, dass sie ihren Gesang auch selbst mit Kontrabass, Ukulele und Snare-Drum begleiten konnten, was ihnen begeisterten Applaus einbrachte. Ganz klar, dass das Konzert nicht ohne Zugaben enden durfte, die Zuhörer klatschten sich die Hände heiß und wurden dafür noch mit „Sweet dreams“ und „Pin up“ belohnt. Mit der Auswahl dieser Band hat der Club nach einhelliger Meinung einen absoluten Glücksgriff getan.










Eintrittspreise:
Fr: 20.- € / 18.- €
Sa: 25.- € / 23.- €
So: 13.- € / 10.- €
Gesamtkarte: 3-Tage = 50,- € / 45,- € .


Ermäßigungen erhalten bei uns die Mitglieder des Jazz-Clubs, sowie Schüler, Studenten und Schwerbehinderte.
Vorverkauf ab sofort beim TAH, Stadtmarketing und Jazz-Club per email: karten@jazz-club-holzminden.de
für Symrise Mitarbeiter bei Reinhard Mühe





Freitag 26. April 2019
Beginn 19 Uhr

frÄnk & HoBo 3.0


Vom Leben inspirierter Blues voller Eindringlichkeit und Kreativität

Musik spricht die Sprache der Seele. Freundschaft auch. Wenn zwei aufeinander treffen, die neben einer gemeinsamen musikalischen Sprache auch eine Wellenlänge leben, dann verschmilzt das zu einer Intensität in Reinform. Sänger und Gitarrist frÄnk (Berlin) und Harmonikaspieler Holger „HoBo“ Daub (Hamburg) verbindet ein ausgefeiltes instrumentales Niveau als auch eine Eindringlichkeit im Spiel, die dem Zuhörer einen Blick in die Tiefe ihrer Seelen gewährt – wenn er sich darauf einlässt.


Ausführliche Infos unter http://100000km.de/bands/fraenk-hobo-3-0/#1513272052248-5a3b27be-4016a67a-e0358052-62b3

Beginn 21 Uhr

HOT`N´NASTY Bluesrock at its Best!


Hot`n´Nasty existiert bereits seit Beginn der 90er Jahre und gehört zur ersten Liga der deutschen Blues- und Rockszene.
Die aktuelle Besetzung besteht aus Gründungsmitglied Malte Triebsch (Gitarre), Robert Collins (Gesang), Dominique Ehlert (Schlagzeug) und Jacob Müller (Bass). Neben Hot’n’Nasty sind die Musiker noch in andere Projekte involviert. So ist Collins noch mit ehemaligen Westernhagen-Musikern unterwegs und Ehlert hilft u.a. bei Clueso aus. Hot’n’Nasty wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet (u.a. deutsche Rock- und Pop-Preis für die „Beste Rhythm & Blues Band“ und das „Bestes Rhythm & Blues Album“) und war 2018 Finalist bei der German Blues Challenge.

Ausführliche Infos unter
http://www.hot-n-nasty.de/






Samstag 27. April 2019

Beginn 19 Uhr

Till Seidel Band

Um Anfang der 2000er in der niedersächsischen Provinz auf den Blues zu kommen, braucht es vor allem Interesse. Zugegeben, in Hildesheim war der Weg zum Blues nicht ganz so umständlich, schließlich kommen einige der bekanntesten Blues Bands Deutschlands aus dieser kleinen Großstadt in der Nähe von Hannover.

Während er sich als Sideman in verschiedenen Bands am Anfang mehr dem 50s Blues widmete, um seinen Helden wie T-Bone Walker und Johnny Guitar Watson Tribut zu zollen, schlug er mit seiner eigenen Band einen neuen Weg ein. „Neu“ ist dabei relativ, denn natürlich gilt die Liebe weiterhin der Retro-Musik. Allerdings  verschreibt er sich mit seiner Band mehr dem 60er-Jahre Rhythm & Blues. „Neben B.B. King, Freddie King und Otis Rush, stehe ich auch auf Little Milton, Bobby Bland und Al  Green, in den 60er Jahren vermischten sich im R&B so viele Elemente von Blues und  Soul und das macht mich an.“

Im Herbst 2015 konnte er sich mit seiner Art von R&B  dabei vor amerikanischem Publikum beweisen. Er begleitete B.B. & The Blues Shacks  auf ihrer California Tour und durfte dabei im Vorprogramm ran.

Ausführliche Infos unter www.tillseidelband.de

Beginn 21 Uhr

THE BLUESBONES

Die BluesBones sind 5 leidenschaftliche und erfahrene Musiker, die Blues/Rock mit unvermindertem Gefühl spielen können.

Ihre Originalsongs variieren vom Bluesrock über sanfte und einfühlsame Bluesballaden, entspannte swampy slides bis hin zu Heavy Rock. Diese erweiterte Palette an Musikstilen hat der Band eine bunte Fangemeinde verliehen.

Die Band wurde 2011 gegründet. Bei der belgischen Blues Challenge 2012 wurden sie zum Publikumsliebling. Den gleichen Wettbewerb gewannen sie 2016. Bei der EBC 2017 in Horssens wurden sie 2.

The BluesBones hatten das Vergnügen, als Support Act oder Jams mit Bands wie King King, Jimmy Vaughan, Seasick Steve, Tommy Castro, Guy Forsyth, Laurence Jones, Danny Bryant, The Nimmo Brothers, Jimmy Thackery, Dan Patlansky Bühnen zu teilen.

Ausführliche Infos unter https://www.thebluesbones.com/

Sonntag 28. April 2019

Beginn 11 Uhr

The Silverettes

Abzusehen war diese fulminante Entwicklung nicht, als die Ladies ursprünglich als Backgroundchor des Rock’n’Roll-Ensembles The Golden Boys zusammenfanden.

Waren The Silverettes bisher als Support für Dick Brave & The Backbeats, Boppin B. oder Boss Hoss überaus erfolgreich und sicherten sich so ein Stück vom großen Kuchen, wollen sie jetzt die ganze Torte. Für sich allein! Denn ab sofort ist Rockabilly weiblich.

Der frische Mix aus Gestern und Heute, sowie der dreistimmige Satzgesang schaffen eine Atmosphäre voller Spannung und brisanter Energie, die jeden in den Bann zieht und The Silverettes gleichzeitig einen Riesenschritt in Richtung Morgen machen lässt! Durch ihre Musikalität und Intensität sind The Silverettes in der Lage, mal verrucht zu agieren und dann wieder gewaltige Rock’N’Roll-Rhythmen abzufeuern. So bringen die drei Wirbelwinde Weiblichkeit und Rock’N’Roll in einer aufregenden Art und Weise zusammen, die den Hörer sofort begeistert.

Ausführliche Infos unter https://www.thesilverettes.de/