Pressetext JCH 19.10.2019

Holzminden ist wieder norddeutsche Jazzhauptstadt


Holzminden (r) Dass die jazzige Lifebühne im alten Braunschweiger Bahnhof nicht nur in unserer Region beliebt ist, sondern auch ein Magnet mit großem Radius, zeigte sich wieder einmal am Samstag, 19.Oktober. Nachdem schon die Deutsche Jazz Föderation zweimal hier tagte, fand an diesem Nachmittag erneut die Jahreskonferenz der IG-Jazz-Nord in den Clubräumen statt. So konnte Clubpräsident Wilfried Steinmetz die Delegationen aus Celle, Gifhorn, Neumünster, Osterode, Wildeshausen, Wolfenbüttel und Wolfsburg begrüßen. Diskutiert wurde intensiv über Programmgestaltung, Finanzierbarkeit, Zusammenarbeit und die kulturelle Zukunft.

Und als Belohnung für die Kopfarbeit gab es im Anschluß ein öffentliches fröhlich swingendes Konzert mit dem Ensemble Iris and Friends. Das abwechslungsreiche Programm von Blues bis Swing begeisterte das rhythmisch mitgehende Publikum. Los ging es instrumental mit dem bekannt-beliebten Titel „Avalon“, ehe sich die Sängerin Iris mit dem Titel „Fly me to he Moon“ einbrachte. Sie reizte gekonnt die gesamte Tonbreite und Tonfärbung für ihre Darbietung aus und brachte alle rhythmischen Variationen in ihrem Vortrag zu Gehör. Der Song „s´wonderful“ beispielsweise erklang im Latinrhythmus, gefolgt von bekannten Swingschlagern und dann immer wieder ein typischer Blues oder ein Jazzstandard. Für Dynamik und Melodievorstellung sorgten die Brüder Pim Toscani am Schlagzeug und Bas Toscani am Trompete und Flügelhorn. Bas ist in Holzminden schon fast zuhause, konzertierte er doch hier schon mit vielen anderen Bands. Natürlich leitete der Bandleader Pim Toscani nicht nur den Rhythmus, sondern brillierte auch mit einem 12-minütigen Schlagzeugsolo über „I found a new Baby“, oder besser: I found a new Drummy? was die Zuhörer zu nicht enden wollenden Beifallsstürmen hinriss. Der Bass unterlegte einen walkenden Rhythmus, aber auch solistische Einlagen kamen häufig zu Gehör, ebenso war das Klavier nicht nur für die Akkordbegleitung zuständig, nein, lange Interpretationen –mal lyrisch, mal dynamisch- waren an der Tagesordnung. Ohne Zugabe hat noch keine Band den Holzmindener Jazz-Club verlassen, und so folgten nach kräftigem Applaus noch „Bye Bye Blackbird“, ehe das begeisterte Publikum gen Mitternacht nach Hause gehen durfte.