Pressetext TAH 17.10.2016

Erneut ein Konzert der Extraklasse im Holzmindener Jazz-Club


Holzminden(r). Nach zwei Klaviertrios zum Festival präsentierte sich am Donnerstag, 13.Oktober das Frank Muschalle Trio im Holzmindener Jazzbahnhof zum Monatskonzert, und unterschiedlicher konnten alle drei
Bands nicht sein, jede Formation für sich ein Hochgenuß.


Versprochen waren Blues und Boogie, ergänzt wurden Jazzstandards, Schnulze und Swing. Fulminant war der Auftakt mit Boogie-Woogie Raketen, bei denen man glauben konnte, der Pianist Frank Muschalle habe 20 Finger. Zunächst die Melodie, schon akrobatisch genug, dann Improvisationen über viele Chorusse, immer noch mit Steigerungen versehen. Das zahlreiche Publikum wurde förmlich mitgerissen, rhythmisches Klatschen und Mitsingen war spontan und die Füße blieben eh nicht still. Über den Jazztitel The Sheik of Araby gestaltete Dirk Engelmeyer ein wunderschönes Schlagzeug-Solo, nachdem er ansonsten die Band mit seinem unvergleichlichen Drive führte. Doch damit nicht genug, zu der angesagten Schnulze "Cindy Lou" verließ er seine Schießbude, um durch das Publikum schlendernd die dazugehörige Story singend zu Gehör zu bringen, das phantastische Publikum tobte. Matthias
Klüter bestach durch seinen unbeirrbaren omnipräsenten Walking Kontrabass, aber bei dem "Blues for the Night*OWL*s" einer Ode an unsere Ostwestfälischen Freunde brach er zu melodiös-rhythmischen Improvisationen aus, die ihresgleichen suchen müssen.

Wer nun glaubte, das Konzert erschöpfe sich in Vortrag, Soli aller drei Künstler und Kollektivimprovisationen, der fand sich schnell eines Besseren belehrt. Gekonnt führte Frank Muschalle mit Erklärungen und Anekdoten durch das Programm. Den zweiten Set eröffnete er mit einigen Klaviersoli und beim Shuffle-Boogie wurde der Gesang -sonst vom Drummer vorgetragen- plötzlich dreistimmig. Gegen Ende des Konzerts erklang der Standard "Swanee River", aber wer nur eine Melodieinterpretation erwartet hatte, fühlte sich getäuscht, als ein 15-minütiges Schlagzeugsolo über alle nur denkbaren Register zelebriert wurde, wieder ein Grund, das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. Und
natürlich ließen sich nach einem so brillianten Konzert die Musiker nicht zweimal bitten, noch einige Zugaben zu spielen. Laut wurde eine Wiederholung mit dieser Band gefordert, und die wird sicher in nicht zu weiter Zukunft stattfinden.